Dann sind Sie in diesem Workshop genau richtig. Wir wollen nämlich ein altes Foto, das vorbeinahe 60 Jahren aufgenommen wurde, auffrischen. Fehler sollen retuschiert werden. Und natürlich soll das Gesamterscheinungsbild verbessert werden. Schließlich ist das Ausgangsbild schon recht vergilbt, wie Sie nach dem öffnen des Bildes sehen. Wir haben uns ein Beispielbild ausgesucht, wie es Ihnen vermutlich in der täglichen Praxis häufiger begegnen wird, wenn Sie mit alten Fotos zu tun haben. Viele Probleme sind offensichtlich: Das Bild ist schief und der obere Bildteil besteht aus einem viel zu großen hellen Himmel. Dieser Bereich bildet momentan den Bildmittelpunkt. Außerdem sind die Tonwerte nicht optimal - ebenso wenig wie die Brillanz und Bildschärfe. Das Eselsohr oben rechts gehört dabei zu den kleineren Mankos, die es zu beheben gilt.
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Der falsche Bildausschnitt ist erklärbar
Die Fehler des falschen Bildausschnitts sind aus folgenden Gründen relativ normal: Es ist nicht so, dass hier ein schlampig arbeitender Fotograf am Werke war. Gut, etwas gerader hatte er die Kamera schon halten können. Dass aber unten etwas fehlt, ist verzeihlich: Schließlich gab es seinerzeit nur Sucherkameras, die den wirklich aufgenommenen Bildausschnitt nur grob wiedergaben. Deshalb gingen auch viele Fotografen vorsichtshalber ,,ein paar Schritte" zurück, um sicherzugehen, dass alles Wichtige im Bild zu sehen ist. Das hatte dann aber oft zur Folge, dass große Bildteile leer waren und die aufgenommenen Objekte dagegen sehr klein. Nur Fotografen mit viel Erfahrung wussten, wie sie die Kamera halten mussten, damit alles auf das Foto gebannt wurde. So fehlten im Sucher vielleicht die Köpfe - auf dem Foto waren sie aber vorhanden.
Die zu lösenden Aufgaben
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie einige grundsätzliche Überlegungen anstellen. Erst nach dem Festlegen der Aufgaben kann eine sinnvolle Arbeitsreihenfolge ermittelt werden. Was sind nun die Aufgaben, die nach dem Einscannen des Beispielfotos gelöst werden sollen? Betrachten wir das Foto einmal aus der Nähe:
Klar, die freundlichen Herren sollen zum bestimmenden Element des Bildes werden und in die Bildmitte rücken. Sie sehen das in der Abbildung.
Das Eselsohr oben rechts in der Ecke soll entfernt werden - es macht sich nicht besonders gut im Bild.
Die Bildfehler wie Staub und Kratzer sollen retuschiert werden. Sie werden in der vergrößerten Ansicht gut sichtbar.
Die Tonwerte des Bildes sollen korrigiert werden, damit das Bild anschließend brillanter erscheint.
Außerdem soll die Bildschärfe korrigiert werden, so dass die Personen im Bild gut zu erkennen sind.
Was nicht verändert werden soll: Die Charakteristik des alten Bildes soll erhalten bleiben. Dazu gehören vor allem die abgerissenen Kanten (Büttenrand) des Fotos, die für die alten Bilder damals typisch sind.
Das schwarze Umfeldsoll dagegen entfernt werden. Es stört und lenkt zu sehr vom Foto ab. Warum die Vorlage mit einem schwarzen Hintergrund gescannt wurde, erfahren Sie noch im Laufe des Workshops.
Benötigte Werkzeuge und Funktionen
Welche Werkzeuge und Funktionen werden für diese Aufgabenstellung benötigt? Folgende Corel-Photopaint-Funktionen werden Sie in diesem Workshop kennen lernen:
Zunächst wird die Funktion Datei/Importieren benötigt, um das Bild über das TWAIN-Modul des Scanners zu scannen.
Zum Freistellen des Bildes wird das Freistellungswerkzeug benötigt. Beim Freistellendes Fotos kommt auch der Zauberstab zum Einsatz.
Der Bildausschnitt wird mit dem Hilfsmittel Schnittbereich gerade richten neu festgelegt.
Für die Änderung der Tonwerte wird die Funktion Bild/Anpassen/Kontrastverbesserung (Tonwertkorrektur) verwendet.
Der Klonpinsel/Kopierpinsel ist nötig, um beispielsweise die Bildfehler und das Eselsohr zu bearbeiten.
Außerdem lernen Sie ,,nebenbei" die Optionen zum Speichern des Bildes in einem geeigneten Dateiformat kennen. Klar, dass dies nur ein grober Abriss der benötigten Funktionen und Werkzeuge ist. Es gehört natürlich etwas mehr dazu, dieses Foto zu optimieren.
Bilder optimal einscannen
Die wichtigste Voraussetzung für eine optimale Bearbeitung des Bildes ist ein guter Scan. Je besser das Ausgangsmaterial ist, umso besser kann das Ergebnis werden. Außerdem muss bei alten Fotos berücksichtigt werden, dass diese oft sehr klein sind. So kommt der richtigen Auflösung eine wichtige Bedeutung zu.
Leistungsstarke TWAIN-Module verwenden
Um perfekte Scans zu erzielen ist es wichtig, dass Ihr Scanmodul Optionen anbietet, um die Einstellungen zu verändern. TWAIN-Module, die alles automatisch erledigen, sind in diesem Fall untauglich - Möglichkeiten, um Helligkeit, Kontrast, Bildschärfe und Ähnliches anzupassen.
Achten Sie darauf, die Vorlage gerade in den Scanner zu legen. Der Hintergrund sollte, je nach Vorlage stark kontrastierend sein. Weiß für dunkle Vorlagen und schwarz für helle Vorlagen, sofern der Bildrand von Wichtigkeit ist, verwenden Sie ein dunkles Papier zum Abdecken. Das Abdunkeln ist für den späteren Rand des Fotos wichtig.
Stellen Sie den passenden Bildausschnitt ein. Um ,,Reserven" beim Ändern des Bildausschnitts zu erhalten, können Sie das Bild größer als das Original einscannen, entweder durch Erhöhen der dpi-Zahl oder durch Ändern des Skalierungsfaktors. So könnte das Foto beispielsweise mit 600 dpi eingescannt werden, um es in doppelter Größe ausdrucken zu können. Jede weite Verdoppelung der Dpi-Zahl bedeutet wiederum eine Verdoppelung der Ausgabegröße.
300 dpi = Originalgröße
600 dpi = doppelte Größe
1200 dpi = vierfache Größe
Damit können Sie das Bild später ohne qualitativen Verlust vergrößern oder Bildausschnitte verwenden.
Um später den alten Charakter des Fotos beizubehalten, sollten Sie es im Farbmodus einscannen. So erhalten Sie sich die Option, das ,,Vergilbte" zu übernehmen. Alternativ dazu können Sie dem Foto später natürlich auch einen ,,künstlichen Farbstich" verpassen, aber dazu an anderer Stelle mehr.
Stellen Sie außerdem Helligkeit und Kontrast ein. Beurteilen Sie am Vorschaubild die Wirkung. Wenn möglich, sollten Sie die Voransichtgröße dabei anpassen. Dazu muss Ihr TWAIN-Modul natürlich eine entsprechende Funktion anbieten.
Neuer Vorschauscan
Je nach verwendetem TWAIN-Modul müssen Sie nach dem Anpassen der Ansichtgröße einen neuen Vorschauscan anfertigen. Dabei wird nämlich ein temporäres Pixelbild abgelegt, das auf die zuvor eingestellte Ansichtgröße angepasst ist. Beim Vergrößern der Ansicht entsteht ansonsten ein ,,gepixeltes" Bild.
Falls das TWAIN-Modul diese Option unterstützt, sollten Sie sich abschließend das Histogramm ansehen und prüfen, ob eine gleichmäßige Tonwertverteilung gegeben ist. Dies ist ein Anzeichen für einen guten Scan. Große Lücken an den Rändern des Histogramms weisen auf eine falsche Einstellung der Helligkeit hin.
Sind alle Einstellungen korrekt vorgenommen, starten Sie den Scanvorgang und schließen nach der Übergabe des Bildes an Corel-Photopaint das TWAIN-Modul, wenn Sie es nicht in Ihrem persönlichen Paint-Profil eingestellt haben.
Nach dem Scannen sollten Sie die abgebildete Ausgangssituation erhalten. Falls das Bild noch gedreht werden muss, verwenden Sie eine der Funktionen im Untermenü Bild/Drehen.
Der Rand muss sein
Da TWAIN-Module meist nicht ganz exakt arbeiten, sollten Sie den Bildausschnitt stets großzügig bemessen - überflüssige Bildteile können Sie in Corel-Photopaint immer noch abschneiden. Andersherum wird es aber schwierig.
Dateien im TIFF-Format ablegen
Nun sollte das gescannte Bild zunächst gesichert werden. Sie können über Datei-Export das universelle TIFF-Format als Dateiformat oder andere Formate auswählen und sich zu Nutze machen: Sie müssen nämlich nicht unbedingt das ,,hauseigene" Corel-Photopaint-Dateiformat *.CPT verwenden, um Ebenen, Kanäle und Ähnliches mit zu Speichern.
Wenn Sie nun die Funktion Datei/Export aufrufen und als Dateityp TIFF einstellen, sehen Sie im unteren Bereich die verfügbaren Optionen. Da in dem Dokument momentan weder Ebenen noch Kanäle vorhanden sind, sind diese Möglichkeiten deaktiviert.
Nach dem Bestätigen können Sie im angezeigten Dialogfeld die Art der Komprimierung innerhalb des TIFF-Dokuments einstellen. Das aktuelle TIFF-Dateiformat unterstützt nämlich verschiedene Komprimierungsarten. (Keine Komprimierung wählen)
Freistellen einer Fotografie
Im ersten Schritt der Bearbeitung soll nun das Foto freigestellt werden. Um es möglichst spannend zu gestalten, soll das Foto dabei aber nicht einfach rechteckig ausgeschnitten werden, der unregelmäßige Rand soll erhalten bleiben. Gehen Sie daher wie folgt vor:
Rufen Sie aus der Hilfsmittelpalette den Zauberstab auf - das erledigen Sie am schnellsten mit der W-Taste. Anschließend werden in der Eigenschaftsleiste am oberen Rand des Arbeitsbereichs die für das ausgewählte Werkzeug verfügbaren Optionen angezeigt.
Stellen Sie einen Toleranzwert ein, mit dem Sie auf einen Schlag einen größeren Masken-Auswahlbereich aufnehmen können. Es sind meist einige Versuche notwendig, um den richtigen Wert zu ermitteln. In unserem Beispiel eignete sich ein Toleranzwert von 30, um den schwarzen Randbereich des Fotos weitestgehend zu erfassen. Beachten Sie, dass die Optionen Anti-Alias und der Maskenrahmen sichtbar (Strg+H) aktiviert sind. Damit stellen Sie sicher, dass der Rand des Masken-Auswahlbereichs nicht stufig wird.
Vergrößern Sie nun die Ansicht auf 100%. In dieser Darstellungsgröße können Sie etwaige Löcher im Masken-Auswahlbereich gut erkennen.
Um die fehlenden Bereiche der bestehenden Auswahl hinzuzufügen, aktivieren Sie in der Optionenleiste den Additionsmodus. In der größeren Ansicht ist gut zuerkennen, dass einige Bereiche mit in die Auswahl aufgenommen werden müssen. Scrollen Sie einmal am Rand entlang durch das Bild und nehmen Sie alle fehlenden Bereiche in die Auswahl auf. Beachten Sie dabei auch, dass an der Kante des Fotos keine größeren ,,Streifen" übrig bleiben, sondern dass der Masken-Auswahlbereich nah an die Kante des Fotos heranreicht.
Versehentlich aufgenommene Bereiche entfernen
Haben Sie versehentlich einen zu großen Bereich aufgenommen, können Sie entweder die Tastenkombination | Strg+Z] zur Rücknahme verwenden, oder Sie wechseln in den Subtraktionsmodus und entfernen den falschen Bereich wieder aus der Auswahl.
Sind alle Bereiche aufgenommen, sollten Sie das Bild wieder als Ganzes betrachten. Nehmen Sie die Lupe auf und stellen das Foto auf die Arbeitsfläche ein.
Den Bildhintergrund löschen
Nach erfolgter Auswahl kann nun der Hintergrund gelöscht werden. Damit ein harmonischer Übergang zur Kante des Fotos entsteht, sollten Sie die Funktion Maske/Form/Verlauf aufrufen und hier einen Wert von einem Pixel verwenden.
Um den Hintergrund zu löschen, drücken Sie die Entf-Taste. Achten Sie dabei aber darauf, dass in der Statusleiste als Hintergrundfarbe Weiß eingestellt ist, die gelöschte Fläche wird nämlich automatisch mit der eingestellten Hintergrundfarbe gefüllt.
In der Nahansicht kann man nun auch gut erkennen, warum das Bild auf einem dunklen Hintergrund gescannt wurde: So ergibt sich nämlich ein ,,Farbsaum", der den Büttenrand des Fotos gut zur Geltung kommen lässt. Deaktivieren Sie bei der Betrachtung vorübergehend die Anzeige des Markierungsrahmens (Strg+H). Verwenden Sie dazu die Funktion Maske/Maskenrahmen sichtbar. Drehen Sie nun zum Abschluss den Masken-Masken-Auswahlbereich mit der Funktion Maske/Invertieren um. Alternativ dazu können Sie auch die Tastenkombination Strg+I verwenden, das geht schneller. Der umgekehrte Masken-Auswahlbereich kann nun gleich zur Kontrastverbesserung des Fotos eingesetzt werden.
Maske als Ebene speichern
Den Masken-Auswahlbereich speichern Sie in der Ebenenpalette durch Klick auf das Symbol Objekt aus Maske in der Fußzeile der Ebenenpalette. Sie können zu jeder Zeit hierauf zurückgreifen.
Alternativ: Masken-Auswahlbereiche als Alpha-Kanal Speichern
Damit Sie zu einem späteren Zeitpunkt der Bearbeitung noch auf die erstellte Maskierung zurückgreifen können, sollten Sie den Masken-Auswahlbereich jetzt Speichern. Dies erledigen Sie am schnellsten, wenn Sie die Schaltfläche (Maske auf neuen Kanal speichern) am Fuß der Kanäle-Palette anklicken. Damit wird der Masken-Auswahlbereich in einem Kanal abgelegt.
Korrigieren von Tonwerten
Den neuen Masken-Auswahlbereich können Sie jetzt dazu verwenden, um mit der Funktion Bild/Anpassen/Kontrastverbesserung, die Helligkeit und den Kontrast des Fotos anzupassen.
Wichtiger Masken-Auswahlbereich
Nach dem Löschen des Hintergrunds ist dieser Bereich ja weiß geworden. Daher ist es wichtig, dass bei der Tonwertkorrektur der weiße Bereich nicht mit ausgewählt wird, da ansonsten das Histogramm der Tonwertkorrektur verfälscht wird. Weiß ist ja im eigentlichen Foto nicht vorhanden - daher auch der Gelbstich.
Nach dem Aufruf der Tonwertkorrektur-Funktion können Sie in dem Dialogfeld die im Bild vorhandenen Farbtöne grafisch aufbereitet im Histogramm sehen. So fällt gleich auf, dass es auf der einen Seite, wo die dunklen Farben dargestellt werden gar keine Vorkommnisse gibt. Deshalb wirkt das Foto auch etwas ,,flau".
In vielen Fällen lohnt ein Versuch der automatischen Tonwertkorrektur. Verwenden Sie dazu die Auto-Schaltfläche. Stellen Sie zusätzlich zum Anheben der Mitteltöne einen erhöhten Gammawert von 1,4 ein.
Mit den vorgenommenen Einstellungen erreichen Sie bereits ein akzeptables Ergebnis, bei dem wir es zunächst belassen wollen. Heben Sie die Maskenauswahl in der Kanälepalette auf.
Bildinhalte geschickt vergrößern
Jetzt sollen die Personen in die Bildmitte gerückt werden.
Kein Problem! Man vergrößert einfach den Bereich, in dem sich die Personen befinden.
Dies ist aber nicht die beste und Geschickteste Lösung. Durch das Vergrößern entsteht beim Neuberechnen des Bildes nämlich ein Qualitätsverlust. Deshalb ist ein anderer Weg eleganter. Am besten bleiben die Daten des Fotos nämlich unangetastet- so ist die beste Qualität gewährleistet. Erinnern Sie sich daran, dass wir das Bild mit 600 dpi eingescannt hatten? Den Grund erfahren Sie jetzt. Die höhere Auflösung soll nämlich verwendet werden, um den Bildausschnitt anzupassen.
Die Idee ist einfach: Es wird nicht das Foto, sondern der Rahmen des Fotos skaliert, dort fällt die Veränderung nicht negativ auf.
Rufen Sie dazu das Freihandmasken-Werkzeug aus der Hilfsmittelpalette auf, zum Beispiel mit dem Tastenkürzel (K).
Umfahren Sie mit vier Mausklicks an den Fotoinnenecken das Foto.
Kehren Sie den Masken-Auswahlbereich mit der Tastenkombination (Strg+I, wie Invertieren) um. Damit ist alles, außer dem Foto ausgewählt.
Erstellen Sie aus der Maske ein Objekt (Objekt 1) durch Klick auf das entsprechende Symbol in der Fußleiste der Ebenenpalette.
Aktivieren Sie Objekt 1 und klicken es zweimal an, bis die Drehpfeile angezeigt werden.
Die Rotationspfeile können Sie nun mit dem Mauszeiger erfassen und einige Grad nach rechts drehen.
Drehen Sie dann den Rahmen so, dass er parallel zum Horizont verläuft.
Schieben Sie nach dem Einstellen des passenden Drehwinkels die Auswahl an die richtige Stelle.
Skalieren Sie die Größe des Fotorahmens etwas kleiner.
Ein Manko müssen Sie dabei in Kauf nehmen: Im unteren rechten Bereich ist etwas von der Umrandung zu sehen. Da diese Stelle später leicht retuschiert werden kann, haben wir dies in Kauf genommen, damit von den beiden Personen links daneben im unteren Bereich nicht allzu viel abgeschnitten wird. Weisen Sie die Drehung über das Kontextmenü zu. Sie sehen, dass die Fotodaten nun noch immer ,,unberührt" sind. Das Vorhaben ist gelungen.
Genaues Positionieren des Masken-Auswahlbereichs
Zum präzisen Positionieren des Masken-Auswahlbereichs können Sie übrigens auch die Eingabefelder in der Eigenschaftsleiste verwenden. Alle Angaben lassen sich dort einstellen.
Bild gerade richten
Kombinieren Sie den neuen Rahmen mit dem Hintergrund zu einer neuen Ebene. Duplizieren Sie die Hintergrundebene. Rufen Sie über Bild/Drehen das Dialogfeld Drehung anpassen auf. Drehen Sie das Bild um 2,5° nach links, besetzen Sie alle Optionsfelder mit Haken. Zur Kontrolle, ob die Drehung richtig war, rufen Sie die Linealleiste (Strg+R) auf und ziehen mit der Maus eine Hilfslinie aus dem oberen Lineal auf die Fotokante. Es macht wenig Sinn das Bild im Rotationsmodus mit der Maus zu drehen, derartige Feinheiten lassen sich nicht gut realisieren.
Qualitätsverlust beim Neuberechnen der Daten
Dieses Neuberechnen der Pixel ist nötig. Sie könnten es nur dann vermeiden, wenn Sie das Bild so schief einscannen, dass der Horizont gerade verläuft. Dies dürfte aber ein schwieriges Unterfangen sein. Deshalb war es auch wichtig, zuvor den Rahmen zu ändern. Beide Aufgaben auf einmal zu bewältigen wäre schwierig - und so wurde das Foto mehrfach Neuberechnet, was die Qualität jedes Mal etwas vermindert.
Die präzise Freistellung können Sie mit dem Werkzeug Schnittbereich gerade richten (D) vornehmen. Ziehen Sie einen Beschnittrahmen auf, um den Rand rundherum abzuschneiden. Doppelklick ins innere des Bildes weist die Auswahl zu. Das war es schon. Nun sind die Vorbereitungen so weit gediehen, dass die Bildoptimierung vorgenommen werden kann.
Zur Alternative oben: Eine Kleinigkeit sollten Sie aber noch erledigen: Durch das Zuschneiden des Bildes ist der Inhalt des zuerst gespeicherten Kanals verloren gegangen. Der ausgewählte Bereich lag nämlich außerhalb des jetzigen Bildes. Um die Dateigröße nicht unnötig zu vergrößern, sollten Sie diesen Kanal löschen.
Arbeiten mit dem Klonwerkzeug
Der überwiegende Teil der Retuschearbeiten wird mit einem einzigen Werkzeug ausgeführt: Dem Klonen- oder Kopierpinsel, den Sie auch über das (C-Tastenkürzel) erreichen können.
Flexibel bleiben
In diesem ersten Beispiel ist es noch nicht so wichtig, aber: Wenn Sie sich spätere Veränderungen vorbehalten wollen, können Sie die Korrekturen auf einer eigenen Ebene durchführen.
Duplizieren Sie hierzu die Hintergrundebene und arbeiten auf dem Duplikat. Setzen Sie einen Kontrollpunkt im Bearbeiten Menü, um bei Arbeitsfehlern einen schnellen Rückgang zu haben. Speichern Sie zwischendurch Ihr Bildergebnis, ein Rechnerabsturz macht Ihre Fleißarbeit zu Nichte.
Nach dem Aufruf müssen erst einmal die passenden Einstellungen für dieses Werkzeug vorgenommen werden.
Sie finden die Einstelloptionen natürlich wieder in der sich beim aktivieren des Klonenpinsels öffnenden Eigenschaftsleisteleiste. Sollten Sie diese Leiste nicht sehen, können Sie diese übrigens mit der Funktion Fenster/Symbolleisten/Hilfsmittel Klonen einblenden aktivieren.
Klicken Sie auf den Pfeil neben dem Werkzeugspitzen-Vorschaubild. Damit öffnen Sie ein Fenster, in dem die verfügbaren Standard-Werkzeugspitzen aufgelistet sind. Wir benötigen für das Beispiel die Werkzeugspitze
Angepasstes Klonen, Normal, Größe 30 Pixel, Transparenz=40, Weicher Rand=80.
Weiche Werkzeugspitzen für Retuschearbeiten verwenden
Wenn Sie Bildfehler korrigieren wollen, sollten Sie grundsätzlich Werkzeugspitzen mit einem weich auslaufenden Rand verwenden. Nur so stellen Sie sicher, dass der Übergang der korrigierten Stelle zum unkorrigierten Originalbild nicht zu erkennen ist.
Um die Details gut zu erkennen, sollten Sie mindestens mit einer 100%-Darstellung arbeiten, gelegentlich ist eine größere Darstellungsgröße empfehlenswert. Nun ist es wichtig, den Ausgangspunkt genau zu platzieren. Klicken Sie einen Punkt an der Beinkante mit der rechten Maustaste an, um den Anfangspunkt zu setzen. Diese Auswahl können Sie nun auf das schlanke Dreieck darunter kopieren. Am besten arbeiten Sie mit einzelnen Mausklicks, das ist präziser, als wenn Sie versuchen, lange Striche in einem Stück zu platzieren. Streng horizontale/vertikale Striche erhalten Sie durch drücken der Strg-Taste. Füllen Sie anschließend den Bereich rechts neben dem Bein aus. Achten Sie dabei darauf, dass kein regelmäßiges Muster entsteht. Gegebenenfalls müssen Sie dabei einen neuen Anfangspunktsetzen, indem Sie einfach abermals die rechte Maustaste drücken drücken.
Öfter absetzen
Das ,,Zutupfen" fehlerhafter Stellen hat einen weiteren Vorteil: Falls etwas schief geht, können Sie kleinere Schritte zurücknehmen - entweder mit der Tastenkombination (Strg+Z] oder über die Rückgängig-Palette (Fenster/Andockfenster/Rückgängig). In der Rückgängig-Palette wird nach jedem Absetzen ein eigener Eintrag erzeugt. Wenn es ganz schlimm kommt gehen Sie zum Kontrollpunkt zurück
Suchen Sie nun die nächste Kante - in diesem Fall die Jacke. Hier muss der duplizierte Bereich anschließend etwas schräg angesetzt werden. Tupfen Sie dann den Bereich links daneben zu. Auch hier ist es sinnvoll, den Ausgangspunkt mehrfach zu versetzen, um ein regelmäßiges Muster zu vermeiden. An solchen unschönen Mustern können Retuschearbeiten schnell erkannt werden. Das Eselsohr sollte ebenfalls retuschiert werden.
Abschließend sollten Sie die Korrektur kontrollieren. Falls am Rand nicht sauber gearbeitet wurde, können Sie jetzt noch Korrekturen anbringen.
Lästige Fleißarbeit, aber mehr Brillanz
Nun folgt eine sehr aufwendige Arbeit, die sich bei alten Bildern nicht vermeiden lässt: Das Korrigieren der Bildfehler, wie das Entfernen von Staubkörnern und Fusseln aus dem Bild oder auch das Retuschieren größerer Kratzer oder Beschädigungen des Bildes. Alle diese Korrekturen werden ebenfalls mit dem Klonpinsel/Kopierpinsel erledigt.
Wenn es auch überwiegend eine Fleißarbeit ist, gibt es doch einige Tipps für die Vorgehensweise, die Ihnen die Retuschearbeit etwas erleichtern können. Einfach hier und dort etwas wegretuschieren, kann nämlich oft mehr Arbeit verursachen als notwendig. Eine systematische Vorgehensweise erleichtert die Arbeit sehr:
Vergrößern Sie zunächst die Darstellungsgröße, - beispielsweise auf 200 % - und Scrollen Sie zur oberen linken Bildecke.
Stellen Sie die passende Werkzeugspitze ein. Sie sollte nicht so groß sein, um ein versehentliches Übermalen zu vermeiden. Hier müssen Sie den passenden Kompromiss finden. Je kleiner die Werkzeugspitze eingestellt ist, desto länger dauert natürlich die Bearbeitung - desto sauberer wird aber auch das Ergebnis. Verwenden Sie beispielsweise eine Größe von 20 Pixel.
Korrigieren Sie nun die Bildfehler in dem sichtbaren Bildausschnitt. Beziehen Sie dabei auch die fehlerhaften Stellen der Fotoumrandung mit ein.
Akzentuieren des Hintergrunds
Das Bild könnte schon so übernommen werden, wie es ist - wir wollen aber noch eine weitere Optimierung einbringen. Momentan ist der Himmel nur eine helle Fläche. Dadurch trennen sich stellenweise die Personen schlecht vom Hintergrund, beispielsweise die Personen mit hellen Hemden. Deshalb soll der Himmel so weit abgedunkelt werden, dass eine leichte Trennung sichtbar wird. Die Veränderungen sollen auf einereigenen Ebene erstellt werden, um flexibel zu bleiben. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:
Ziehen Sie mit der Freihandmaske einen großzügigen Rahmen um den Himmel und die Personen, wobei die Fotoecken natürlich gleich präzise angesetzt werden. Die Verlaufmaskenbreite steht auf 0. Nehmen Sie jetzt den Maskenpinsel im additiven Modus auf. Durchmesser 10 Pixel, Transparenz=5, Weicher Rand=3 und erweitern die Maske bis alle gewünschten Bildteile maskiert sind.
An den nicht sichtbaren Konturen der hellen Hemden zum Hintergrund müssen Sie den Verlauf ,,hinzudichten“. Dieselbe Aufgabenstellung stellt sich bei der Person rechts, hier sind beide Schulterpartien nicht sichtbar.
Bevor Sie aus der Maskenauswahl ein Objekt bilden, stellen Sie den Maskenverlauf auf 3 Pixel nach Außen ein. So schwebt der Himmel nicht wie ausgeschnitten über die Personen.
Himmel abdunkeln
Rufen Sie Bild/Anpassen/Helligkeit und Kontrast auf. Setzen Sie die Helligkeit auf -10, damit heben sich die hellen Hemden der Personen bereits gut vom Hintergrund ab. Wenn Sie möchten, können Sie auch Wolken einfügen. Dazu erstellen Sie eine Maske aus Objekt (Himmel) und fügen eine Wolkenpartie aus der Zwischenablage ein (Strg+Umschalt+V), die Sie vorher über Anpassen/Farbton/ Sättigung/Helligkeit durch Reduzierung der Sättigung annähernd entfärbt haben. Die Wolken sind im Farbbalance-Modus dem Original durch probieren anzupassen.
Da das Bild nun fertig gestellt ist, können Sie die Funktion Auf Hintergrundebene reduzieren (Kombinieren) verwenden. Die einzelnen Trennungen sind nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr erforderlich.
Kombinieren Sie die Ebenen auf den Hintergrund.
Schwarzweiße Bilder einfärben
Die Korrekturen sind damit erledigt. Was nun noch folgt ist das Einfärben des Bildes, um den ,,alten Touch" zu verstärken. Auch diese Aufgabenstellung soll wieder mit einer Einstellungsebene erledigt werden.Duplizieren Sie den Hintergrund. Markieren Sie die oberste Ebene und rufen Sie die Option Farbton/Sättigung auf. Einstellung: Erhöhen der Sättigung um 15…20Punkte, es stellt sich eine Braunfärbung ein.
Alternativ: Effekte/Kreativ/Rauchglas. Farbe Braun
Bild schärfen kommt immer zum Schluss aller Bildverbesserungsmaßnahmen
Rufen Sie Effekte/Schärfe/Unscharfmaske auf und stellen ein:
Prozent=100, Grenzwert=0, Radius=2
Feinschliff mit weichen Schatten
Ein Arbeitsschritt fehlt nun noch zum Endergebnis: Um das Foto etwas vom Untergrund abzuheben, soll ein weich auslaufender Schatten angebracht werden. Dazu sind folgende Arbeitsschritte nötig:
Rufen Sie die Funktion aus der Hilfsmittelpalette Interaktiver hinterlegter Schatten (S) auf und vergrößern Sie die Arbeitsfläche auf 110 % in der Höhe und Breite.
Löschen Sie das weiße Umfeld des Fotos mit den gezeigten Einstellungen in der Eigenschaftsleiste des Zauberstabs. Deaktivieren Sie den Hintergrund durch ausschalten des Auges oder Kombinieren alle Ebenen mit dem Hintergrund.
Löschen Sie den Markierten Hintergrund mit der Entf-Taste. Übrig bleibt das freigestellte Foto.
Diese Ebene kann nun mit einem Schatteneffekt versehen werden. Wählen Sie aus der Hilfsmittelpalette links den Schlagschatten aus, mit der die umfangreichen Einstellmöglichkeiten der großen Schatten-Eigenschaftsleiste geöffnet wird.
Stellen Sie im Listenfeld den Schatten unten rechts ein und Experimentieren mit den Einstellungen).
Ein natürlicher Lichteinfall
Für den Winkel des Lichteinfalls sollten Sie 135° verwenden - das entspricht einem natürlichen Lichteinfall. Das Licht kommt damit von links oben.
Ebeneneffekte abtrennen und frei transformieren
Der Schatten wirkt momentan noch etwas statisch, deshalb soll er nun noch verändert werden. Um den Ebeneneffekt frei transformieren zu können, müssen Sie vom aktiven Bild das Kontextmenü aufrufen und Hinterlegter Schatten anwählen, im öffnenden Dialogfeld klicken Sie Schatten trennen an. Damit wird der Schatten vom Bild abgetrennt und als eigenständige Ebene verfügbar. Sie sehen dies anschließend auch im Ebenen-Palettenfenster. Markieren Sie die neu entstandene Ebene.
Rufen Sie nun durch anklicken des Bildes den Verzerrmodus auf. An den schrägen Markierungspfeilen können Sie dann die Schattenebene verzerren.
Ziehen Sie den Pfeil oben rechts ein wenig nach unten rechts, den Pfeil links unten leicht nach oben, so dass der Schatten keilförmig aus dem Bild läuft.
Der Schatten wirkt nun durch das ungleichmäßige Verlaufen etwas natürlicher. Das Foto ,,schwebt" nicht mehr so gleichmäßig über dem Untergrund.
Rufen Sie zum Abschluss dieses Workshops das Beschnittwerkzeug (Schnittbereich gerade richten (D)) auf, um die überflüssigen weißen Bereiche des Bildes abzuschneiden.
Als Endprodukt können Sie alle Ebenen durch Kombination zu einer Verschmelzen. Das war's. Das Ergebnis kann sich gegenüber dem Ausgangsbild sehen lassen.
Jetzt können Sie das Bild noch mal neu berechnen lassen und damit auf die gewünschte Größe bringen. Bild/Anpassen/Bild neu aufbauen Stellen Sie das Bild auf 300 dpi ein und lassen es auf eine neue Größe zwischen 7x10cm bis 10x15 berechnen, so sind keine Qualitätsverluste zu erwarten. Speichern Sie und Drucken das „alte“ Foto auf Hochglanzpapier mit einem Papierflächengewicht von min. 260g/m².
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